Mittwoch, 9. August 2006

Endlich wieder Modem

- wie hab ich das vermisst! Und die konstante Angst, dass der Strom gleich wieder ausfallen koennte; leider eben kein Laptop sondern ein PC, an dem zwar USB steht, in dem aber kein USB drin zu sein scheint, daher zunaechst keine Bilder (die Kamera darf man hier uebrigens gar nicht auspacken; alle sind so Foto verrueckt, dass man die naechste Stunde nur noch mit unentwegtem Fotografierern beschaeftigt sein wird - das macht irgendwie wenig Spass...) . Gestern fast noch meinen Flug verpasst, totales Chaos, weil eine Dreiviertelstunde vort letztem Check-In Termin am falschen Flughafen! Mit der Riksha zum anderen gerast und gerade noch so alles geschafft. Im Flugzeug meinen sich genuesslich ausbreitenden (mir staendig seine Ellenbogen in die Seiten rammenden, permanent schmatzenden und anonsten Finger/trommelnden und -knacksenden) Nebenmann erwuergt, entsprechend fix und fertig angekommen. Dort drei Heimangestellte und Lena getroffen, die seit einer Woche hier ist und dank British Airways genau so lange schon auf ihr Gepaeck wartete (gelobt sei meine indische Airline!) - dann los. Eine halbe Stunde spaeter, eine halbe Stunde durch Dunkelheit und Schlagloecher, eine halbe Stunde spaeter sind wir da und grosses Empfangskomitee, klatschend stehen sie, ueberall; sie werfen mir Blumen ins Haar und malen mir einen Punkt auf die Stirn und ich denke schon ich heirate; alle wollen mich anfassen und tun es auch. "Didi, Didi", rufen sie, solange, bis sie meine Aufmerksamkeit geniessen. Didi, das heisst soviel wie grosse Schwester. Nirgends kann man hingehen, ohne nicht gleich ein Kind zu umarmen, eins zu tragen, eins an die Hand zu nehmen. Abends erzaehlt mir eine noch ganz jung aussehende Inderin, dass sie schon 21 ist; das Baby Abid, das von allen herumgetragen und gehaetschelt wird, ein Jahr alt und grapschwuetig, das ist ihrs. Der Mann dazu sitzt nun noch 3 Jahre im Gefaengnis. Halb verhungert ist sie mit dem Kind aufgelesen worden, putzt nun hier und haelt die Maedchen in Schach und hat dafuer Unterkunft und Essen. Totmuede falle ich ins Bett aber auf dem Flur ist noch lange lautstarkes Gerede im Gange; es ist immer jemand in der Naehe. Gegen halb eins falle ich in einen tiefen, traumlkosen Schlaf - kurz nach sieben bin ich wieder wach: lautes Geschrei auf dem Flur und heute sind auch alle besonders aufgeregt: es ist Raki, Bruder-Schwestertag, an dem die Schwestern den Bruedern Armbaender umknuepfen und Suessigkeiten geben. Diese hingegen versprechen den Schwestern lebenslangen Schutz. Kaum habe ich den ersten Kaffee hinunter gestuerzt und wanke noch immer benommen durch die Gaenge, schon werde ich abgefuehrt: "Sari, Sari!" rufen sie, udn die taubstumme Frau, deren sehnlichster Wunsch nur ist, zu heiraten, beweist ihre Fertigkeit im Sari umwickeln (ich koennte es nicht nachmachen..). Sie wollen, dass ich mich schminke, buersten mir die Haare und nun bin ich reif fuer Raki.
Ich sitze in der Meute von ca 130 Kindern, links und rechts, vorne und hinten lehnt man sich an mich an. Immer wieder: "Didi, Didi, Didi, your name? Didi, Didi!" Im Arm die Kleine mit Muskelschwund, die vergnuegt quietscht, als ich mit ihr herum albere.
Viele Maedchen weinen, weil ihre Brueder nicht hier sind, zum grossen Teil noch auf der Strasse leben, bei den Eltern oder wer weiss wo.
Spaeter lassen lena und ich uns voellig geschafft vom Fahrer in die Stadt bringen und schlappen im stroemenden Regen durch den Matsch, um einzukaufen.

Nora reist

6 Monate Indien + 2 Monate Südafrika

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