Mittwoch, 18. Oktober 2006

VIPs wie du und ich

Ach, toll, wenns mal ein bisschen ruhiger ist (trotz Verkehr, Marktgeschrei etc); 3mal am Tag essen gehen - eigentlich immer noch unvorstellbar, selbst wenn man gerade dabei ist.

immer noch, viel mehr: schon wieder, werden wir un-ent-wegt fotografiert; manchmal heimlich, meistens mit wildfremden indern und oft wird dann noch die Camera rumgegeben, damit jeder mal mit "den Weissen" auf dem Bild war. Besonders gefaellt mir die Variante, bei der sich ungefragt eine Inderin zwischen uns quetscht, einem die Hand auf die Schulter, dem anderen eine Hand auf den Oberschenkel legt, und sich ablichten laesst. Es wimmelt vor Touristen, es ist mir ganz und gar unverstaendlichich, wie man so heiss darauf sein kann, ein Erinnerungsbild von einer voellig nassgeschwitzten Fremden mit knallroter Birne, ausgewaschenen und rosa verfaerbten (Evas Rock hat in der letzten, sehr vollen, Waschtrommel ordentlich sein kraeftiges Rot zur Geltung kommen lassen...) Klamotten und gequaeltem Laecheln ins Album zu kleben. Nunja.

Heute hats uns nach Elephanta island verschlagen, was weniger spektakulaer ist, als es klingt. Elephanten gibt es da keine, nur Affen, die - so entnahm ich heute der Rundmail einer Bekannten, die ebenfalls in Mumbai weilt und vor einigen Tagen eben diese Insel besuchte - deutsche Arme blutig beissen und Schmuck stehlen. Eine h Ueberfahrt, von der ich aus dreierlei Gruenden wenig mitbekommen habe: erstens war es furchtbar dunstig (Smog?), zweitens reflektierte das Wasser so stark und es war derartig hell, dass ich die Augen kaum offen halten konnte, drittens rannen mir unentwegt Sturzbaeche von Schweiss in die Augen (es muss wohl um die 40 Grad gewesen sein). ---Aber wer wird sich beschweren, wenn er weiss, dass daheim bei Oktoberkaelte verschmachtet wird.
Die Insel ansich war schoen, huegelig und gruen und vorallem : ruhig. Der zusaetzliche mystische Touch durch die Hohlen mit den aus Stein gemeisselten Goettern ist ebenfalls nicht abzustreiten, nur eben bei dieser Hitze den Berg zu erklimmen, um oben nur eine doofe Kanone aber keine rechte Aussciht vorzufinden, war kein Zuckerschlecken. Bilder kommen noch, wenn man mich laesst (und ich das Kabel nicht vergesse).

Gestern abend barg wohl das interessanteste Erlebnis soweit. Wir assen in einem kleinen Restaurant zu Abend, als sich ein langhaariger, sehr trendiger Inder neben uns niederliess, um uns als Models zu engagieren. 4 Tage a 2-3h, 1000 R (ca 20Euro) am Tag und pro Person, Flug nach Nagpur und anschliessend nach Goa, Kost und Logis inbegriffen. Der Job: in Schottenroecken Scotch ausschenken und uns dabei selbst kostenlos betrinken.

Wir zoegerten zwar, zugegeben, aber der Gedanke, nicht genau zu wissen, was uns nun da eigentlich erwarten sollte, wie kurz der Rock und welcher Art das Publikum waeren, kurzgesagt: die blanke Vernunft, hinderten uns an unserem Einstieg in eine glitzernde Bollywoodkarriere. Wer weiss, vielleicht werden wir demnaechst nicht nur fotografiert sondern auch noch fuer Filme gecastet.

Dienstag, 17. Oktober 2006

Mumbai, 32 Grad, Muedigkeitsfaktor: mittelmaessig, Laune: bestens

16h Fahrt und schon sind wir da - in Indiens Metropole, dem gigantischen Mumbai, das mir ja doch aus der Ferne -so muss ich gestehen - etwas Angst machte. Hohe Luftfeuchtigkeit nun, strahlendster Sonnenschein (Oktober? Oktober??? Hier ist immernoch Juli), ein geraeumiges Zimmer fuer zuviel Geld, Essen in Strassencafes, Strassenbazaar mit entsprechendem Geschrei und alles in allen Groessen, Formen und den glitzerndsten Farben. Zwei Strassen weiter ist das Meer und die Sonne so hell, das man es ohne Sonnenbrille kaum sehen kann (Eva pflegt Audrey Hepburnstil) - nur einige hundert Meter weiter das Gate of India, Wahrzeichen des Imperialismus. Wie gut es tut, etwas anders zu sehen, eine Pause zu haben! Einige Tage, dann weiter nach Goa.

Samstag, 14. Oktober 2006

zweifach mobil

Hab jetzt eine indische Handykarte erstanden, Nummer ist via Email herauszufinden.
Uebermorgen gehts allerdings nach Mumbai, obs mit dem Anrufen also noch klappt, ist fraglich (innerhalb Indiens roaming Gebuehren und solche Spaesse, vermutlich kein Empfang mit Bhopalkarte in anderem Bundesstaat etc pp...)

Dienstag, 10. Oktober 2006

Krank

Montag, 9. Oktober 2006

...

warum, warum, warum blockierst du pop-up Fenster, so dass ich meine Bilder nicht hochladen kann, oh Computer?

Sonntag, 8. Oktober 2006

Im Land der qualmenden Elektrogeraete

Der unter Strom stehende Computer, das ging ja noch. Auch die Stichflamme, die in Steckernaehe der gerade angeschalteten Klimaanlage die Wand schwaerzte, hatte einen gewissen, belustigenden Effekt. Als der nicht einmal Bananen-mixende Mixer dann schwarze Rauchwoelkchen ausstiess und dabei entsetzlich stank, wurde es mir ja schon etwas komisch (was am Geruch gelegen haben mag; aber hey, wer schoneinmal mit Nadeln unter vereiterten Verkrustungen gewuehlt hat, der kennt keinen Nasenschmerz mehr). Dass aber der brandneue, immer so schoen blau-leuchtende Ultraloader 2000 brannte und sich der ebenso neue MP3-Player von einem Tag auf den anderen einfach nicht mehr einschalten laesst, das geht doch eindeutig zu weit!

Donnerstag, 5. Oktober 2006

Anfrage

Da ich eben neidvoll feststellen durfte, dass hier tatsaechlich Post ankommt, wird dies zur dezenten Anfrage... Es reicht "Nora" und die offizielle Adresse draufzuschreiben

Nitya Seva Bhawan
Pilpalner, Ghandi Nagar
Bhopal 462 036

..und jeder Brief wird von mir persoenlich liebevoll gelesen, bestaunt und befreut. Geldsendungen, Autogrammanfragen, etc bitte weiterhin an die Heimatadresse.

Dienstag, 3. Oktober 2006

Immer noch verliebt

in Indien. Und was fuer ein Glueck, das sagen zu koennen!
Gestern abend hatten wir ein paar tolle Stunden, waren Essen und glitten direkt aus den noblen Kreisen in eine rasante Heimfahrt wie in einen Acid-Trip. In Samt und Seide, Salva Kameez und Jeans quetschten wir uns jeweils zu viert in zwei Rickshaws, hinter uns bunt blinkende Lichter, vor uns der freundliche Besitzer dieser Technokarosse, ebenfalls hinter uns: die integrierten Lautsprecher, die Ohren und Kopf mit indischem Gewummer betaeubten. Ein Zwischenstopp bei einer Art indischer Miniplaybackshow, bei der wir zur Hauptattraktion wurden, entliess uns laut lachend in die Nacht. Immer und immer wieder ist man hier wie von einem anderen Stern; Fremde machen Fotos mit einem, die sie vermutlich noch ihren Enkeln zeigen werden, jeder Schritt wird beobachtet. Das erste Entdecken und die sofortige, heftige Reaktion sind noch immer und immer eines der Highlights, die wir erleben. Ohne eigenes Zutun ist man ein Star. Ich frage mich wie hart man faellt, bei der Rueckkehr nach Deutschland?

Nora reist

6 Monate Indien + 2 Monate Südafrika

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