Nerven aus Stahl
Kaum sind wir 4 Tage wieder da, aber das Heim hat uns in den "Faengen" wie noch nie... Gerade sind soviel Plaene im Gespraech, soll soviel strukturiert und geplant und gemacht und getan werden, mnan weiss gar nicht, wohin mit sich. Kleinigkeiten werden zu immensen Aergernissen, weil sich die Dinge derartig summieren. Montags gibts nun immer ein Staffmeeting - das letzte wurde mehrfach vertagt, erst, weil eine andere Freiweillige zwischendurch ohnmaechtig wurde und ins Krankenhaus gebracht werden musste (wir sind uns einig: es handelte sich um einen epileptischen Anfall; der Krankenhausarzt diagnostizierte auf "Heimweh", wollte erstmal Fieber messen, gab ein Fieber und Kopfschmerzmittel mit... Fazit: hier moeglichst nicht krank werden). Ein zweitesmal vertagt werden musste das meeting, da der neue Projektmanager, nun von mir auf den Namen D2 getauft (der alte PD, Mr.D, war nur fuer ein paar Tage hier und hatte doch tatsaechlich bereits einen anderen Job bei Unicef, d.h. wusste von Anfang an, dass er nicht bleiben wuerde...ohne Worte) unbeidngt zur vereinbarten Zeit einen Mixer kaufen gehen musste (??) und nun fand es heute endlich und ziemlich ploetzlich statt.
Womit wir uns hier taeglich auseinandersetzen, dass kann sich niemand vorstelllen, der nicht einmal hier gewesen ist. Alles scheint ziemlich aus dem Ruder, die Hautkrankheiten spriessen und gedeihen, noch immer will es nicht gelingen, eine brauchbare Liste der Kinder, die taeglich mehrmals Medizin benoetigen zu erstellen, alle paar Minuten moechte ich jemandem an die Gurgel gehen und lache doch nur schallend;
wie Kettcar schon so schoen formuliert: das Gegenteil von gut ist gut gemeint und nach dieser Philosophie lebe ich hier etwas mehr, als mir lieb ist. Von Ticketkaeufen, Einkaufsfahrten... ich moechte gar nicht erst davon anfangen.
Deutschland sitzt mir mit aller Struktur, Zucht und Ordnung in den Knochen und taeglich, taeglich wird man konfrontiert mit den eigenen Vorstellungen, wenn man einmal mehr mit dem Kopf gegen einen Steinwall anrennt
Wer schon einmal ein schreiendes, heulendes, um Gnade bettelndes Kind festgehalten hat, dessen gigantische Eiterblasen man selbst oder ein anderer aufsticht und verarztet, der weiss vll so in etwa, was ich meine, mit: anstrengend. Jeden Tag baden, sitzen, stechen, desinfizieren, verbinden... und dann doch das am Ende laechelnde Kind sehen und druecken, das einem am naechsten Tag hinterherkommt, um die Prozedur wieder ueber sich ergehen zu lassen. besser wird es, aber es wird noch ein harter Kampf werden.
Und doch bin ich gluecklich, muede, angestrengt, aber zufrieden und heimisch geworden; welches bessere Gefuehl koennte es geben, als helfen zu koennen, selbst nur mit ein paar netten, ungelenken Worten. Soviele gute Momente, das einschlafende Kind im Arm, das Lagerfeuer, die tanzende Belegschaft, die "HAAAAAA!" rufende Amma, die mich taeglich knufft und pufft und trotz mangelnder Englisch- und Deutschkenntnisse zugestimmt hat, sich von mir als Oma adoptieren zu lassen. Was einem entgangen waere, es ist nun schon, nach 7 Wochen, vollkommen undenkbar. Wie es wird, wieder nach Deutschland zu kommen mag ich mir noch gar nicht vorstellen.
PS heute wieder was gelernt: eine Zahnputzaktion unsererseits braucht es nicht, die Kinder putzen Zaehne (in 4 Wochen nicht ein einziges putzen sehen), die Zaehne sind nur natuerlicherweise gelb. Ach, die Inder, die Inder.
Womit wir uns hier taeglich auseinandersetzen, dass kann sich niemand vorstelllen, der nicht einmal hier gewesen ist. Alles scheint ziemlich aus dem Ruder, die Hautkrankheiten spriessen und gedeihen, noch immer will es nicht gelingen, eine brauchbare Liste der Kinder, die taeglich mehrmals Medizin benoetigen zu erstellen, alle paar Minuten moechte ich jemandem an die Gurgel gehen und lache doch nur schallend;
wie Kettcar schon so schoen formuliert: das Gegenteil von gut ist gut gemeint und nach dieser Philosophie lebe ich hier etwas mehr, als mir lieb ist. Von Ticketkaeufen, Einkaufsfahrten... ich moechte gar nicht erst davon anfangen.
Deutschland sitzt mir mit aller Struktur, Zucht und Ordnung in den Knochen und taeglich, taeglich wird man konfrontiert mit den eigenen Vorstellungen, wenn man einmal mehr mit dem Kopf gegen einen Steinwall anrennt
Wer schon einmal ein schreiendes, heulendes, um Gnade bettelndes Kind festgehalten hat, dessen gigantische Eiterblasen man selbst oder ein anderer aufsticht und verarztet, der weiss vll so in etwa, was ich meine, mit: anstrengend. Jeden Tag baden, sitzen, stechen, desinfizieren, verbinden... und dann doch das am Ende laechelnde Kind sehen und druecken, das einem am naechsten Tag hinterherkommt, um die Prozedur wieder ueber sich ergehen zu lassen. besser wird es, aber es wird noch ein harter Kampf werden.
Und doch bin ich gluecklich, muede, angestrengt, aber zufrieden und heimisch geworden; welches bessere Gefuehl koennte es geben, als helfen zu koennen, selbst nur mit ein paar netten, ungelenken Worten. Soviele gute Momente, das einschlafende Kind im Arm, das Lagerfeuer, die tanzende Belegschaft, die "HAAAAAA!" rufende Amma, die mich taeglich knufft und pufft und trotz mangelnder Englisch- und Deutschkenntnisse zugestimmt hat, sich von mir als Oma adoptieren zu lassen. Was einem entgangen waere, es ist nun schon, nach 7 Wochen, vollkommen undenkbar. Wie es wird, wieder nach Deutschland zu kommen mag ich mir noch gar nicht vorstellen.
PS heute wieder was gelernt: eine Zahnputzaktion unsererseits braucht es nicht, die Kinder putzen Zaehne (in 4 Wochen nicht ein einziges putzen sehen), die Zaehne sind nur natuerlicherweise gelb. Ach, die Inder, die Inder.
la lune qui brille - 13. Sep, 16:51