Mittwoch, 2. August 2006

Auf ein Wort



Indien ist das Land der zweithöchsten Aidsinfektionsrate weltweit. Laut einem Bericht der Ende Juli 2003 erschienen ist, waren Ende 2002 etwa 4,5 Millionen Inder aidsinfiziert; nicht zu sprechen von einer gigantischen Dunkelziffer, da hier viele nie von ihrer Infektion erfahren oder diese, sofern sie davon wissen, nicht melden. Behandlung erfolgt nur in sehr geringem Maße; zwar wurden gerade in Indien wirksame Präparate etwickelt und produziert, paradoxerweise werden diese aber grötenteils nach Afrika und Brasilien exportiert. Die Behandlung ist vor Ort so teuer (um die 250Euro im Monat), dass sie sich gerade die Bevölkerungsgruppen am Wenigsten leisten können, die gesundheitlich am Schlechtesten versorgt sind.

Verhütung ist hier, wie Sexualität an sich, ein Tabuthema; die allgemeine Aufklärung über Aids, die Infektionswege, die Vermeidung einer Infektion ist mehr als unzureichend.
Derzeit macht sich Unicef für mehr Aufklärung, Entwicklungshilfe und die Entwicklung neuer Medikamente für Kinder stark - eine Aktion, die sicherlich unterstützenswert ist.

Mehr Informationen findet man auf der Unicef Homepage hier .

Weitere interessante Artikel über Aids in Indien finden sich

hier

hier

und hier

http://www.unicef.de/trackback.html

Here we are



Google earth machts möglich...

Und das Kind vom Bügelmann mit Mutter..

indien-tag-1-068

Dienstag, 1. August 2006

Schlaflos

wie schon so oft die letzten Tage. Immerhin nicht die geringsten Delhi-Belly Anzeichen. Klopf auf Holz.

Neue Qualitäten und Technik die begeistert

Manmanman - eben wahnsinnigen Stromschlag beim PC einstöpseln bekommen. Nicht nur steht dieser Computer permanent unter Strom (man lege eine CD ein und harre der Dinge, die da kommen mögen...), auch die wackeligen Steckdosen halten in etwa, was sie versprechen...

Gestern abend kleine Abschiedsparty für die Mitbewohnerin gefeiert, die heute morgen wieder gen Heimfahrt geflogen ist.





Ansonsten sehr faule Tage.. leider ist auch Taj Mahal ins Wasser gefallen - morgen sollte es losgehen, zu diesem Bauwerk, bei dem ich unwillkürlich an Beaune denken muss. Monumente für die Liebste. Aber das ist eine andere Geschichte. Vll klappt es ja noch. irgendwann.

Ansonsten entdecke ich - trotz fauler Tage - immer neue Seiten an mir, deren zu Tage treten ich nicht für möglich gehalten hätte. Hocherhobenen Kopfes stolziere ich durch die Straßen, lasse mich nicht beirren, handle unbewegten Gesichtes die Preise herunter, bis mir der Händler blutenden Herzens die heißgeliebte Ware überlasst, als drücke er mir seine Eingeweide in die Hand. Die Bettler, die Kuli-Kinder, die Straßenhändler (an dieser Stelle wären ein paar Brocken Hindi wirklich nicht hinderlich; allein schon um einmal, nur ein einziges Mal sagen zu können, "nein, ich möchte diese überdimensionierte, hässliche Tasche nicht kaufen. Nein. ich möchte diesen Bindfaden nicht kaufen...usw usf") - sie alle lassen sofort von mir ab; wenn sie meine Nase in der Luft und meine Hand seitlich abwinken sehen. Ich mache mir ja schon fast Sorgen: Sonst mühsam bezähmte und nun in vollen Zügen ausgelebte, natürliche Arroganz? Oh, aber wenn sie einmal diese Bettler, diese Kinder gesehen haben, die sich durch den Verkehr schlängeln und einem die Hand aufs Knie legen, einem das schlafende Baby direkt unter die Nase, die fingerlosen Leprahände direkt vors Gesicht halten, dann werden Sie verstehen. Jedes mitleidige Lächeln, jede auch nur andeutungsweise freundliche Geste klebt einem diese Menschen an die Versen "Mam, mam...excuse me mam... (dann etwas das ich nicht verstehe, vll über die unglücklichen Umstände oder warum sie mein Geld so dringend brauchen und wieder:) Man... Mam..."
Aber kann man jedes Kind füttern? kann man sich darauf einlassen, wirklich einlassen, ohne einzugehen wie eine vertrocknende Primel?
Eine Doppelmoral sondergleichen, dass man dann wieder zurückgeht, in seine wohl temperierten, schön geputzten, schön ausgestatteten europäischen Räume; dass man sich einmietet in den sauberen, bewachten Vierteln, auf 100qm Wohnfläche etwas zu essen bestellt und die Fernseher einschaltet.* Vom Bettler zu Vanity Fair. Es ist Unsinn zu denken, man käme und alles würde besser oder anders. Und zum Glück bin ich nicht mit diesem Gedanken gekommen.

Die unmittelbare Coexistenz von upper class und slum, das ist, was mich hier immer wieder aufs neue verblüfft. Immer noch senke ich ein bisschen beschämt den Kopf, wenn die 16jährige Rinki kommt, kleine, schmale Rinki, und um mich herum den Boden wischt, während ich lesend und Kaffee trinkend im Bett liege. Also koche ich den Kaffee selbst, wedle Staub und die kleine, schmale Rinki und ihre kleine Schwester gehen mir nach, beobachten mich, staunen und aus ihren Gesichtern ist unmissverständlich ein Kopfschütteln zu lesen. Wir Europäer, wir sind schon komisch.

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*Anmerkung - bei uns hier ist das nicht so; aber die meisten Europäer die ich bisher getroffen habe tun eben das

Riksha zu Sarojini Market

Montag, 31. Juli 2006

Blöde Gene und noch so allerlei

Es ist wieder Montag, Eva muss arbeiten und ich überlege, was ich mit mir anfangen soll.
Zunächst mal die Bilder von gestern...

Wir hatten einen ziemlich faulen Sonntag; haben ein bisschen Prinzessin gespielt - aber das mit der Indian Princess wird wohl nichts mehr, blöde Gene..



Anschließend dann zum Schneider



und später zum Juwelier, um Evas Armband flicken zu lassen



Beim Bügelmann war leider die Camerabatterie leer, dafür aber ein paar leider etwas verschwommene Bilder von den schönen Frauen, von denen sich gestern überraschend ein paar auf der Straße blicken ließen - uA Rinkis Mutter.

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Und jetzt werd ich mal lonely planet befragen, was man in Delhi noch so machen kann, wenn man ein bisschen Zeit über hat..

Samstag, 29. Juli 2006

Gestern wieder dazu gelernt:



...Nicht mit Blasen ins SM ...ööh Beauty Parlor gehen. Abgesehen von der allgemeinen Qual, die das Grunprinzip der Sache zu sein scheint (wer mich kennt, weiß, dass ich mich in meinem ganzen Leben noch nie in einem Nagelstudio oÄ aufgehalten habe) - bitte, bitte nicht noch mehr Creme in die Augen!!! - schienen die dort Arbeitenden noch nicht auf derart sensible Kunden gestoßen zu sein. Oder sie haben sich noch nie Blasen gelaufen. Dass es jedenfalls eine scheiß Idee ist, eine frische, geschlossene und eigentlich kleine Blase mit einer harten Bütste zu bearbeiten, und das auch noch ziemlich unsanft, schien dort nicht einzuleuchten. Leider kein vorher aber ein nachher Bild, wenn auch ein unscharfes.
Eva konnte es auch nicht lassen, mich - nachdem die Gesichtsprozedur immerhin vorbei war - zu fotografieren. Wer mich auslachen will wirft einen Blick nach unten...





Abends dann bei der Alliance Francaise auf einer Austellungseröffnung Thema Monsoon - leider keine Bilder davon und auch nicht die Chance, in Ruhe zu gucken: kaum hatte ich mir zwei Minuten etwas angesehen (und es waren echt tolle Sachen dabei), schon quatschte mich irgendjemand an... dabei die nächste Visitenkarte eingesackt, diesmal ein Journalist.

Dann noch in einer doch sehr englischen oder zumindest europäischen Kneipe gewesen (immerhin lief in Ohren betäubender Lautstärke Ricky Martin...) und ein paar Leute getroffen. Immerhin ein bisschen was vom einheimischen Essen drauf zu sehen....



Heute Mittag dann auf einem irrsinnig großen Markt gewesen und nach einer Stunde vollkommen erschöpft in die Riksha gesunken und zurück nach Hause gebrettert. Würde so gern mal von der Riksha aus filmen, aber trau mich bisher noch nicht. Mal sehen.

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Dann nochmal nach Defence Colony gefahren (nächster Stadtteil) und das erste Mal indisch essen gewesen. Auch davon leider kein vorher-nachher Bild (wenn man fast nur mit den Fingern isst -Reis! tausend Soßen! Chutneys! - ergeben sich interessante Möglichkeiten für Bilder ;)) - leider alles so scharf, dass ich bisher kaum etwas anderes schmecken kann; bin aber zuversichtlich, denn man sagte mir schon, das lege sich noch.

Morgen wahrscheinlich zum Schneider und wer weiß wohin.

Nochmal Rinki

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kann mich gar nicht satt sehen an diesen Menschen.. Eva und ich waren vorhin auf dem Markt und haben wunderschönen Stoff gekauft - für Rinkis Geburtstag.
Im Moment bin ich leider busy obwohl es ganz viel zu schreiben gibt und ich vertröste auf ein unbestimmtes später..

Freitag, 28. Juli 2006

Die staubigen Straßen

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Isa und ich, wir sitzen und lesen im Kerzenschein. Wieder kein Strom. Die Zeit fließt hier beständig, Stunde um Stunde um Stunde.
Ein unbegreiflicher, stetiger Fluss, Sandkorn auf Sandkorn.
Der Schmutz, der Lärm, draußen vor der Tür und doch ist alles wie eingeschmolzen in ein einzige permanent vorangehendes, ein einziges statisches Gefüge.

Rinki kocht in der Küche, Dhaal vielleicht, sieht abundzu herüber und strahlt mich an, wie ich hier in Unterwäsche und ganz klebrig sitze.
Die Hitze, die Luftfeuchtigkeit. Man sagt mir, es sei doch kühl.

Im Shop gegenüber kaufe ich Streichhölzer; 5 Rupien, 12 Packungen für 10 Cent.
Unzählige Rikshas und Autos und Fahrräder dringen gedämpft in ihrem Lärm und Schmutz und Staub hinein. In der Nähe soll es frei herum laufende Affen geben, und auch Eisvögel, aber ich habe noch keine gesehen.
Sie lachen, wenn ich vorbei gehe und mir der Schweiß in die Augen rinnt, die Menschen; die zarten, feingliedrigen, okkafarbenen Menschen. Und ich muss auch lachen, wenn ich mir mich selbst vorstelle, mit dem langen Rock und dem Brusttuch und dem roten Kopf, von dem der Schweiß in den Nacken und und unters Kinn tropft.

Es ist beinahe immer ein bisschen dunstig hier, in einer Stadt voller Kontraste.
Glitzernde, große, klimatisierte Einkaufszentren, dass man fröstelt, wenn der Portier in seiner Uniform einem die große, saubere Glastür geöffnet hat. Nebenan verkauft ein abgerissener Händler frischgepressten Saft in staubigen Flaschen.
Überall die schlafenden, handelnden, stehenden Menschen.
Und die Augen natürlich; Augen so dunkel, sie leuchten fast.

Ganz plötzlich nun sind sie nicht mehr bedrohlich fremd, diese staubigen, unebenen Pfützenstraßen, die der Monsun in Minutenschnelle in eine Tümpellandschaft verwandelt.
Wenn man sich dann wieder hierhinein geschleppt hat und dann das kalte Wasser... Es kann nichts Besseres geben, als dieses kalte Wasser, das ausflockt, wenn man Tee damit kocht und das selbst mit Zahnpasta noch ganz absonderlich schmeckt.
Keine Dusche, aber ein großer Eimer, aus dem man das Wasser schöpfen kann.
Alles ist simpel, merkwürdig simpel.

Donnerstag, 27. Juli 2006

Mit Eva auf dem Markt..

..gewesen und gestaunt. und wieder: soviele Menschen! Und diesmal zur Abwechslung auch ein paar Frauen. todays favourite: der fahrradstand mit den "brand new bikes"indien-tag-1-024indien-tag-1-029

Das erste Abenteuer

Nachdem ich gestern mit Eva nur kurz draußen beim Bügelmann* , beim Schneider und auf einer Europäerparty war, hab ich mich jetzt das erste mal alleine auf die Straße getraut. Der Trick dabei ist, sich nicht beirren zu lassen, hocherhobenen Kopfes, als gehöre einem die Welt, herumzustolzieren und immer ein bisschen angepisst auszusehen.
Es ist Wahnsinn, man geht auf die Straße und überall sind Menschen, die mich anstarren, als hätten sie soetwas noch nie gesehen. Innerhalb von fünf Minuten bin ich Schweiß überströmt und schlängele mich durch enge Straßen, Menschen, Menschen und noch mehr Menschen; Kinder, die mich aus großen Augen anschauen, Autos, Rikshas, Motorräder, Fahrräder, die für diese kleinen, schmalen Leute viel zu groß aussehen. Und natürlich wird wieder gehupt, ununterbrochen
und in ohrenbetäubender Lautstärke gehupt.
man läuft diese Straßen hinunter und da sind immer mehr Geschäfte, Obsthändler, es scheint nie aufzuhören; der Matsch dringt in die Schuhe und sie hupen immer noch. Ich fühle mich wie Alice im Wunderland und ärgere mich, dass ich nicht genauer hingucken kann; man muss durch diese Leute - eben gerade diese tausenden von Männern - hindurchsehen, damit man nicht permanent angesprochen und belagert wird. Eine ordentliche Frau geht hier nicht auf die Straße und so ist es umso befremdlicher, 3 Frauen auf etwa 100 Männer...

Auf dem Rückweg dann die Chance mal einen von diesen Bussen zu fotografieren, über die ich vorhin geschrieben habe. leider unscharf und nicht ganz das was ich meinte, aber immerhin

* Der Bügelmann steht mit einem uralten, riesengroßen Bügeleisen auf der Straße und bügelt für ein paar Cent Hemden.

Tag 1



Schon in der Warteschlange zur Gepäckabgabe komme ich ins Gespräch mit einer Frau um die vierzig, im Sari, über die Schulter einen schlafenden Jungen geworfen. Sechs Stunden später wird sie mir Ihre Telefonnummer geben, damit ich sie in England, wo sie jetzt wohnt, werde anrufen und besuchen können.
In der Wartehalle treffe ich Leo (ausgesprochen wie das Sternzeichen auf englisch), eine deutsche Backpackerin, die auch zum ersten Mal nach Indien fliegt.
Im Flugzeug komme ich kaum zum Schlafen - umringt von indischen Männern, die mich allesamt anstarren, und das 7h lang. Ich schaufle diesen gelben, undefinierbaren Brei mit Stückchen in mich hinein, ignoriere die Wand aus schwarzen Augen, die immer wieder unverhohlen versucht, einen besseren Blick auf mich zu bekommen und verjage den Gedanken, der Matsch sei eindeutig vorverdaut.
Ich sehe mich im Flugzeug um, die meisten Reisenden sind Inder, die Stewardessen tragen allesamt Sari - wunderschöne noch dazu - knallen einem aber alles so vor die Nase, das man sich gar nicht mehr bewegen will, ruhig alles entgegen nimmt und sich bemüht, nicht aufzumucken. An der Decke sind Fernseher montiert, die beim Abflug gefährlich ruckeln, später aber erheblich zu meiner Unterhaltung beitragen, als immer wieder die gleichen Musikvideos durch laufen: Indische Männer mit Schnurrbärten und Karottenhosen, die wunderhübschen indischen Damen auf Bergen hinterherlaufen und dabei merkwürdige Lieder singen. Durchwirkt von jack Johnson Musikvideos, Comedyepsioden und Ausschnitten aus Bollywood-Filmen ergibt das eine interessante Mischung. Noch dazu besitzt jedes Gerät eine ganz persönliche Farbstickigkeit und so entwickelt das ganze eine geradezu psychedelische Wirkung. Air India ist eben doch etwas ganz anderes.

7h später sind wir gelandet und laufen durch Korridore, in denen die Farbe von der Wand blättert. An der Gepäckausgabe treffe ich Leo; wir schieben uns gemeinsam dem Ausgang zu und man fühlt sich wie auf dem Catwalk: Durch eine enge Passage ruckeln wir mit unserem Gepäck, an beiden Seiten sind Absperrungen, hinter denen sich die Menschen drängen und uns neugierig beäugen.
Wir finden den Ausgang und sind sofort überwältigt von tropischer Schwüle, diesem druchdringenden Asphaltgeruch, der ein bisschen süßlich ist und den Menschen - vielmehr Männern. Überall sind Männer, Männer mit Schnurrbärten, Turbanen und Bäuchen und wir sind unmittelbar umringt von Rikshafahrern, Rikshafahrern mit Schnurrbärten, Turbanen und Bäuchen, die uns allesamt zu horrenden Preisen kutschieren wollen.

Staunend sitzen wir auf dem Bordstein, rauchen, trinken Eiskaffee - es ist vier Uhr morgens und Leo weiß noch nicht, was sie machen wird, wo sie hingehen wird.
Immer wieder fahren Busse vorbei. Als der dritte dieser Art, allesamt ohne Türen, verdreckt und ausgeblichen, scheppernd vorüber rumpelt, sehe ich ein, dass es sich beim ersten, den ich sah, nicht um ein außergewöhnlich schäbiges Modell handelte.
Wir verabschieden uns, ich suche und finde den Prepaidtaxi Stand (erneute Traube von Männern, die mir im Halbkreis stehend Platz machen) und es geht los.

wer noch nie ein indisches Taxi gesehen hat, weiß nicht, auf was man sich da einlässt. Mit einem Ruck ist die Tür zu, Gurte gibt es nicht. Ampeln gibt es, aber die sind vollkommen überflüssig. Die Luftfeuchtigkeit ist wahnsinnig, auf der Straße unzählige Rikshas, Taxen und jede erdenkliche Art von Fahrzeug. Neben uns trabt ein Stier über die Straße. Von Vorfahrt oder geregeltem Verkehr hat hier noch niemand etwas gehört, die Hupe immerhin gehört zum Standartinstrument bei jeder Fahrt - selbst wenn sie niemand beachtet. Ich klebe am Fenster, unterhalte mich mühsam mit dem fahrer, der mein Englisch nicht versteht und wenn er es versteht in unverständlichem Englisch antwortet. Er lächelt über meine Fragen zum traffic ja, das sei hier immer so. das Komische ist: ich habe keine Angst. Jeder findet seinen Weg, wird eingekeilt, macht sich los, schlängelt sich durch - ein heilloses Chaos, vollkommen undeutsch, und es funktioniert wunderbar.
Der Fahrersitz ist rechts, vermutlich ein Überbleibsel aus Kollonialzeiten und wie ich mir so die verbeulten Karren um uns herum betrachte, schießt es mir in den Kopf, wie bezeichnend das ist, für Deutschland: Herz und Fahrersitz links.

Es wird halb sechs, bis wir die Nummer A-16 gefunden haben, zwischendurch versucht der Fahrer, mich bei einem anderen Haus rauszuschmeißen, weil es ihm offensichtlich reicht. Auf der Scheibe steht A2 und ich lasse mich nciht beirren. Das hier ist besser, als morgens halb fünf mit Koffer und Handgepäck in einer fremden Stadt zu stehen und keine Ahnung zu haben.
Wir kurven durch die schlammigen Straßen, auf und ab, im feuchten Luftzug der Morgendämmerung; überall sind Hunde, abgemagerte wilde Hunde, die mitten auf der Straße liegen und nur mühsam in Gang kommen. Ein besonders mageres Exemplar liegt schlafend auf dem Dach eines parkenden Autos. Noch zahlreicher als Hunde sind Menschen, ebenfalls schlafend. Einige haben eine Art Bettgestell, dass sie am Straßenrand aufgestellt haben, die meisten liegen einfach auf Mauern und aspahltieren Gehwegen, sofern vorhanden. Wir fragen uns durch, kommen an, ohne eine Wort verschwindet das Taxi um die nächste Ecke. Der Portier bedeutet mir unwirsch, ihm zu folgen und ich stolpere mühsam mit meinem Koffer hinterher. Eva öffnet verschlafen die Tür. Ich bin in Delhi.

Bild: Rinki, unsere maid

Montag, 24. Juli 2006

Es geht los

Der Koffer ist gepackt, die Schweißmenge pro Quadratcentimeter Haut ist schon in etwa entsprechend der, die für die nächsten Monate zu erwarten ist (..) - in etwa 30h bin ich in Dheli.

Nora reist

6 Monate Indien + 2 Monate Südafrika

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