Passierschein 38A
Mumbai CST - Central station: Ein Alptraum wird wahr.
Du hast schon eine Dreiviertel Stunde am gateway gestanden, um auf jemanden zu warten, der nicht kam. Du hast dich getraut ein rotes Top zu tragen und bist anschliessend wieder auf unfoermige T-Shirts umgestiegen. Der Schweiss rinnt dir in Stroemen ueber den Koerper. Dir ist schwindelig. Ca 200 Maenner um dich herum beglotzen dich und nennen dich Babe, was den Klamottenwechsel erklaert. Es ist eben doch ein Land fuer Maenner, denkst du erneut.

Du stolperst in ein Restaurant und schwitzt noch immer, unvorstellbar.
Wuesstest du es nicht besser, du wuerdest sagen, es ist noch heisser als am Vortag.

Du steigst in den Bus und stellst fest: nichts fuer Klaustrophobie. Dein salziger Arm klebt am nassen Hemd des Nebenmanns. Du laeufst durch die Unterfuehrung zum Bahnhof und bekommst beinahe einen asthmatischen Anfall. Die Luft koennte man in dicke Scheiben schneiden. Der Bahnhof ist gigantisch und man schickt dich immer wieder an andere Schalter, in andere Richtungen, du wirst unentwegt angerempelt, Stroeme von Menschen schieben sich durch die flirrende Mittagshitze. Treppe hoch, Treppe runter,anstellen, fort laufen, ausfuellen, neuausfuellen, Treppe hoch, Treppe runter, anderes Gebaeude. Es ist wie mit dem Passierschein 38A. Endlich am Touristenschalter angekommen draengeln sich, wie ueberall, die Leute seitlich an dir vorbei. Eine Englaenderin mit perfektem Make-Up fragt dich, warum du so rot seist, im Gesicht, ob das nicht weh taete. Der Mann hinterm Schalter ist nett zu dir, unterbricht aber die Diskussion, um seine SMS zu lesen. Du bekommst dein Ticket, aber nicht das,was du wolltest. Alles ist ausgebucht, denn es ist die Zeit um Diwali.
Indien, ach Indien, ich laechle immer noch.
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Waren gestern abend im Kino, was aussah wie eine schoene Liebsschnulze (zum allerersten Mal stoerte es mich so richtig, der Sprache nicht maechtig zu sein, denn so musste man angestrengt die Handlung verfolgen und war stets verwirrt vom reich angesetzten Traenenfluss, dessen Ausloeser man nur zum Teil erahnen konnte), entpuppte sich als echtes Drama, an dessen Ende wohl ein versuchter Selbstmord stand. Genaues weiss man nicht, denn ausgerechnet das Ende haben wir nicht so recht verstanden. Trotzdem wurde - leider - auch wieder gesungen, dafuer nicht getanzt und das Vorfilm-Highlight war eine Unterbrechung nach 4 Episoden Seifenwerbung: Alles um uns herum sprang auf und man stand andaechtig, um der indischen Nationalhymne zu lauschen, die - begleitet vom ziemlich verwaschenen Bild einer auf der Kinoleinwand flackernden indischen Fahne - aus den Lautsprechern droehnte. Kino in Indien. Ein Erlebnis.
Morgen evtl Stadtrundfahrt (mehr sehen waere schoen, aber nicht bei der Hitze). Uebermorgen frueh dann weiter nach Goa ans Meer, dort hoffentlich ohne Oel- und Plastikflaschenfilm.
PS: Bin ich eigentlich allein hier? Endlich wieder DSL - also bitte melden.
Du hast schon eine Dreiviertel Stunde am gateway gestanden, um auf jemanden zu warten, der nicht kam. Du hast dich getraut ein rotes Top zu tragen und bist anschliessend wieder auf unfoermige T-Shirts umgestiegen. Der Schweiss rinnt dir in Stroemen ueber den Koerper. Dir ist schwindelig. Ca 200 Maenner um dich herum beglotzen dich und nennen dich Babe, was den Klamottenwechsel erklaert. Es ist eben doch ein Land fuer Maenner, denkst du erneut.

Du stolperst in ein Restaurant und schwitzt noch immer, unvorstellbar.
Wuesstest du es nicht besser, du wuerdest sagen, es ist noch heisser als am Vortag.

Du steigst in den Bus und stellst fest: nichts fuer Klaustrophobie. Dein salziger Arm klebt am nassen Hemd des Nebenmanns. Du laeufst durch die Unterfuehrung zum Bahnhof und bekommst beinahe einen asthmatischen Anfall. Die Luft koennte man in dicke Scheiben schneiden. Der Bahnhof ist gigantisch und man schickt dich immer wieder an andere Schalter, in andere Richtungen, du wirst unentwegt angerempelt, Stroeme von Menschen schieben sich durch die flirrende Mittagshitze. Treppe hoch, Treppe runter,anstellen, fort laufen, ausfuellen, neuausfuellen, Treppe hoch, Treppe runter, anderes Gebaeude. Es ist wie mit dem Passierschein 38A. Endlich am Touristenschalter angekommen draengeln sich, wie ueberall, die Leute seitlich an dir vorbei. Eine Englaenderin mit perfektem Make-Up fragt dich, warum du so rot seist, im Gesicht, ob das nicht weh taete. Der Mann hinterm Schalter ist nett zu dir, unterbricht aber die Diskussion, um seine SMS zu lesen. Du bekommst dein Ticket, aber nicht das,was du wolltest. Alles ist ausgebucht, denn es ist die Zeit um Diwali.
Indien, ach Indien, ich laechle immer noch.
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Waren gestern abend im Kino, was aussah wie eine schoene Liebsschnulze (zum allerersten Mal stoerte es mich so richtig, der Sprache nicht maechtig zu sein, denn so musste man angestrengt die Handlung verfolgen und war stets verwirrt vom reich angesetzten Traenenfluss, dessen Ausloeser man nur zum Teil erahnen konnte), entpuppte sich als echtes Drama, an dessen Ende wohl ein versuchter Selbstmord stand. Genaues weiss man nicht, denn ausgerechnet das Ende haben wir nicht so recht verstanden. Trotzdem wurde - leider - auch wieder gesungen, dafuer nicht getanzt und das Vorfilm-Highlight war eine Unterbrechung nach 4 Episoden Seifenwerbung: Alles um uns herum sprang auf und man stand andaechtig, um der indischen Nationalhymne zu lauschen, die - begleitet vom ziemlich verwaschenen Bild einer auf der Kinoleinwand flackernden indischen Fahne - aus den Lautsprechern droehnte. Kino in Indien. Ein Erlebnis.
Morgen evtl Stadtrundfahrt (mehr sehen waere schoen, aber nicht bei der Hitze). Uebermorgen frueh dann weiter nach Goa ans Meer, dort hoffentlich ohne Oel- und Plastikflaschenfilm.
PS: Bin ich eigentlich allein hier? Endlich wieder DSL - also bitte melden.
la lune qui brille - 19. Okt, 15:33