Donnerstag, 19. Oktober 2006

Passierschein 38A

Mumbai CST - Central station: Ein Alptraum wird wahr.

Du hast schon eine Dreiviertel Stunde am gateway gestanden, um auf jemanden zu warten, der nicht kam. Du hast dich getraut ein rotes Top zu tragen und bist anschliessend wieder auf unfoermige T-Shirts umgestiegen. Der Schweiss rinnt dir in Stroemen ueber den Koerper. Dir ist schwindelig. Ca 200 Maenner um dich herum beglotzen dich und nennen dich Babe, was den Klamottenwechsel erklaert. Es ist eben doch ein Land fuer Maenner, denkst du erneut.

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Du stolperst in ein Restaurant und schwitzt noch immer, unvorstellbar.
Wuesstest du es nicht besser, du wuerdest sagen, es ist noch heisser als am Vortag.

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Du steigst in den Bus und stellst fest: nichts fuer Klaustrophobie. Dein salziger Arm klebt am nassen Hemd des Nebenmanns. Du laeufst durch die Unterfuehrung zum Bahnhof und bekommst beinahe einen asthmatischen Anfall. Die Luft koennte man in dicke Scheiben schneiden. Der Bahnhof ist gigantisch und man schickt dich immer wieder an andere Schalter, in andere Richtungen, du wirst unentwegt angerempelt, Stroeme von Menschen schieben sich durch die flirrende Mittagshitze. Treppe hoch, Treppe runter,anstellen, fort laufen, ausfuellen, neuausfuellen, Treppe hoch, Treppe runter, anderes Gebaeude. Es ist wie mit dem Passierschein 38A. Endlich am Touristenschalter angekommen draengeln sich, wie ueberall, die Leute seitlich an dir vorbei. Eine Englaenderin mit perfektem Make-Up fragt dich, warum du so rot seist, im Gesicht, ob das nicht weh taete. Der Mann hinterm Schalter ist nett zu dir, unterbricht aber die Diskussion, um seine SMS zu lesen. Du bekommst dein Ticket, aber nicht das,was du wolltest. Alles ist ausgebucht, denn es ist die Zeit um Diwali.

Indien, ach Indien, ich laechle immer noch.
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Waren gestern abend im Kino, was aussah wie eine schoene Liebsschnulze (zum allerersten Mal stoerte es mich so richtig, der Sprache nicht maechtig zu sein, denn so musste man angestrengt die Handlung verfolgen und war stets verwirrt vom reich angesetzten Traenenfluss, dessen Ausloeser man nur zum Teil erahnen konnte), entpuppte sich als echtes Drama, an dessen Ende wohl ein versuchter Selbstmord stand. Genaues weiss man nicht, denn ausgerechnet das Ende haben wir nicht so recht verstanden. Trotzdem wurde - leider - auch wieder gesungen, dafuer nicht getanzt und das Vorfilm-Highlight war eine Unterbrechung nach 4 Episoden Seifenwerbung: Alles um uns herum sprang auf und man stand andaechtig, um der indischen Nationalhymne zu lauschen, die - begleitet vom ziemlich verwaschenen Bild einer auf der Kinoleinwand flackernden indischen Fahne - aus den Lautsprechern droehnte. Kino in Indien. Ein Erlebnis.

Morgen evtl Stadtrundfahrt (mehr sehen waere schoen, aber nicht bei der Hitze). Uebermorgen frueh dann weiter nach Goa ans Meer, dort hoffentlich ohne Oel- und Plastikflaschenfilm.

PS: Bin ich eigentlich allein hier? Endlich wieder DSL - also bitte melden.

Mittwoch, 18. Oktober 2006

VIPs wie du und ich

Ach, toll, wenns mal ein bisschen ruhiger ist (trotz Verkehr, Marktgeschrei etc); 3mal am Tag essen gehen - eigentlich immer noch unvorstellbar, selbst wenn man gerade dabei ist.

immer noch, viel mehr: schon wieder, werden wir un-ent-wegt fotografiert; manchmal heimlich, meistens mit wildfremden indern und oft wird dann noch die Camera rumgegeben, damit jeder mal mit "den Weissen" auf dem Bild war. Besonders gefaellt mir die Variante, bei der sich ungefragt eine Inderin zwischen uns quetscht, einem die Hand auf die Schulter, dem anderen eine Hand auf den Oberschenkel legt, und sich ablichten laesst. Es wimmelt vor Touristen, es ist mir ganz und gar unverstaendlichich, wie man so heiss darauf sein kann, ein Erinnerungsbild von einer voellig nassgeschwitzten Fremden mit knallroter Birne, ausgewaschenen und rosa verfaerbten (Evas Rock hat in der letzten, sehr vollen, Waschtrommel ordentlich sein kraeftiges Rot zur Geltung kommen lassen...) Klamotten und gequaeltem Laecheln ins Album zu kleben. Nunja.

Heute hats uns nach Elephanta island verschlagen, was weniger spektakulaer ist, als es klingt. Elephanten gibt es da keine, nur Affen, die - so entnahm ich heute der Rundmail einer Bekannten, die ebenfalls in Mumbai weilt und vor einigen Tagen eben diese Insel besuchte - deutsche Arme blutig beissen und Schmuck stehlen. Eine h Ueberfahrt, von der ich aus dreierlei Gruenden wenig mitbekommen habe: erstens war es furchtbar dunstig (Smog?), zweitens reflektierte das Wasser so stark und es war derartig hell, dass ich die Augen kaum offen halten konnte, drittens rannen mir unentwegt Sturzbaeche von Schweiss in die Augen (es muss wohl um die 40 Grad gewesen sein). ---Aber wer wird sich beschweren, wenn er weiss, dass daheim bei Oktoberkaelte verschmachtet wird.
Die Insel ansich war schoen, huegelig und gruen und vorallem : ruhig. Der zusaetzliche mystische Touch durch die Hohlen mit den aus Stein gemeisselten Goettern ist ebenfalls nicht abzustreiten, nur eben bei dieser Hitze den Berg zu erklimmen, um oben nur eine doofe Kanone aber keine rechte Aussciht vorzufinden, war kein Zuckerschlecken. Bilder kommen noch, wenn man mich laesst (und ich das Kabel nicht vergesse).

Gestern abend barg wohl das interessanteste Erlebnis soweit. Wir assen in einem kleinen Restaurant zu Abend, als sich ein langhaariger, sehr trendiger Inder neben uns niederliess, um uns als Models zu engagieren. 4 Tage a 2-3h, 1000 R (ca 20Euro) am Tag und pro Person, Flug nach Nagpur und anschliessend nach Goa, Kost und Logis inbegriffen. Der Job: in Schottenroecken Scotch ausschenken und uns dabei selbst kostenlos betrinken.

Wir zoegerten zwar, zugegeben, aber der Gedanke, nicht genau zu wissen, was uns nun da eigentlich erwarten sollte, wie kurz der Rock und welcher Art das Publikum waeren, kurzgesagt: die blanke Vernunft, hinderten uns an unserem Einstieg in eine glitzernde Bollywoodkarriere. Wer weiss, vielleicht werden wir demnaechst nicht nur fotografiert sondern auch noch fuer Filme gecastet.

Dienstag, 17. Oktober 2006

Mumbai, 32 Grad, Muedigkeitsfaktor: mittelmaessig, Laune: bestens

16h Fahrt und schon sind wir da - in Indiens Metropole, dem gigantischen Mumbai, das mir ja doch aus der Ferne -so muss ich gestehen - etwas Angst machte. Hohe Luftfeuchtigkeit nun, strahlendster Sonnenschein (Oktober? Oktober??? Hier ist immernoch Juli), ein geraeumiges Zimmer fuer zuviel Geld, Essen in Strassencafes, Strassenbazaar mit entsprechendem Geschrei und alles in allen Groessen, Formen und den glitzerndsten Farben. Zwei Strassen weiter ist das Meer und die Sonne so hell, das man es ohne Sonnenbrille kaum sehen kann (Eva pflegt Audrey Hepburnstil) - nur einige hundert Meter weiter das Gate of India, Wahrzeichen des Imperialismus. Wie gut es tut, etwas anders zu sehen, eine Pause zu haben! Einige Tage, dann weiter nach Goa.

Samstag, 14. Oktober 2006

zweifach mobil

Hab jetzt eine indische Handykarte erstanden, Nummer ist via Email herauszufinden.
Uebermorgen gehts allerdings nach Mumbai, obs mit dem Anrufen also noch klappt, ist fraglich (innerhalb Indiens roaming Gebuehren und solche Spaesse, vermutlich kein Empfang mit Bhopalkarte in anderem Bundesstaat etc pp...)

Dienstag, 10. Oktober 2006

Krank

Montag, 9. Oktober 2006

...

warum, warum, warum blockierst du pop-up Fenster, so dass ich meine Bilder nicht hochladen kann, oh Computer?

Sonntag, 8. Oktober 2006

Im Land der qualmenden Elektrogeraete

Der unter Strom stehende Computer, das ging ja noch. Auch die Stichflamme, die in Steckernaehe der gerade angeschalteten Klimaanlage die Wand schwaerzte, hatte einen gewissen, belustigenden Effekt. Als der nicht einmal Bananen-mixende Mixer dann schwarze Rauchwoelkchen ausstiess und dabei entsetzlich stank, wurde es mir ja schon etwas komisch (was am Geruch gelegen haben mag; aber hey, wer schoneinmal mit Nadeln unter vereiterten Verkrustungen gewuehlt hat, der kennt keinen Nasenschmerz mehr). Dass aber der brandneue, immer so schoen blau-leuchtende Ultraloader 2000 brannte und sich der ebenso neue MP3-Player von einem Tag auf den anderen einfach nicht mehr einschalten laesst, das geht doch eindeutig zu weit!

Donnerstag, 5. Oktober 2006

Anfrage

Da ich eben neidvoll feststellen durfte, dass hier tatsaechlich Post ankommt, wird dies zur dezenten Anfrage... Es reicht "Nora" und die offizielle Adresse draufzuschreiben

Nitya Seva Bhawan
Pilpalner, Ghandi Nagar
Bhopal 462 036

..und jeder Brief wird von mir persoenlich liebevoll gelesen, bestaunt und befreut. Geldsendungen, Autogrammanfragen, etc bitte weiterhin an die Heimatadresse.

Nora reist

6 Monate Indien + 2 Monate Südafrika

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Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 18:28

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