Montag, 30. April 2007

Delhi, Tag 1.2

In Frankfurt war noch alles gut; wir waren zwar im falschen Terminal und die Airlines konnten sich nicht recht einigen, zu welchem Schalter ich denn nun eigentlich gehen müsste und nach ewigem Rumgeirre ging mir das irgendwann tierisch auf die Nerven, aber irgendwie klappte eben doch alles. Lufthansa dann hatte aus irgendeinem Grund nicht vermerkt, dass ich Vegetarier bin, und somit musste ich mich mit einem dieser trockenen Flugzeugbrötchen und ein paar Salatschnipseln zufrieden geben. Den späteren Snack verschlief ich. Spätestens in Katar hatte ich wahnsinnigen Hunger, aber auch dort war nichts zu machen.

Ich stolpere müde durch glitzernde Dutyfreegeschäfte, schwarze Augen folgen mir auf Schritt und Tritt. Wie in Indien überwiegen männliche Reisende die weiblichen bei Weitem. Ich beobachte Paare: Männer in Hawaiihemden und Baggyhosen, Sonnebrillen und Gelfrisuren, neben ihnen Frauen, die sich als Gerspenster verkleiden. Schwarze Gewänder, die bis zum Fußboden reichen, unförmig, fast schwebend, jegliche Kontur verschleiert. Aus schmalen Sehschlitzen blicken mir riesige schwarze Augen entgegen, die sich gleich wieder zu Boden richten. Ich weiß unverzüglich, dass die arabischen Emirate, Saudiarabien und Katar von der allein-zu-bereisende-Länder-Liste gestrichen sind. Draußen sieht man fast nichts als Wüste, Staub und die Farbe gelb. Vereinzelt eine Palme. Auf dem Flughafen ist das Fotografieren verboten. Ich frage mich, warum.

Nachdem ich in den 5,5h in Doha beinahe, der Klimaanlage sei Dank, erfroren bin und mich ausreichend darüber geärgert hatte, dass man ohne Katarwährung bzw US Dollar nicht mal einen Kaffee bekam, dafür aber auch kein einziger Geldautomat funktionierte, ging es gegen halb zwölf endlich nach Delhi. Ich schlief sofort ein und erwachte exakt in dem Moment, als gerade alle anderen ihr Essen bekommen hatten und fröhlich vor sich hin schmatzten.

Als wir dann endlich landen, ist mir doch etwas wackelig zu Mute. Warum genau man einen Zettel mit allerlei persönlichen Daten ausfüllen muss, wenn man nach Indien einreist, obwohl diesen eigentlich niemand irgendwie zu beachten scheint, ist mir - genau wie beim letzten Mal - irgendwie unklar.

Eine halbe Stunde lang bin ich fest überzeugt, dass mein Rucksack verloren gegangen ist -bis dieser auf dem Förderband vor mir auftaucht. Ich kaufe einen Kaffee und indische Zigaretten. Der Verkäufer drückt mir eine kleine Rolle Pfefferminzbonbons in die Hand. Als ich ihn daraufhin fragend ansehe, zuckt er nur die Achseln und sagt, er habe "no change". Wäre ich nicht so müde, würde ich wesentlich lauter lachen.

Kaum bin ich draußen, schon werde ich von Taxifahrern belagert. Ich lasse mir Zeit, trinke Kaffee und freue mich über angenehmes Klima. Leider wird es nicht so bleiben, denn bedauerlicherweise ist es 6Uhr morgens. Wie immer gilt die Fahrer-Faustregel, wer mir sympathisch ist, versucht mich abzuzocken. So ist es dann auch.

Bei Eva angekommen gibt es Kaffee, wenn ich aufstehe, wird mir schwarz vor Augen. Draußen klingelts, hupts, schreits und lärmts und vorallem: stinkts wie eh und je. Gegen 12 ist die 40 Grad Marke erreicht, das Thermometer klettert bis auf 43 Grad.

Eine halbe Stunde Lajpat Nagar und wir fühlen uns, als hätten wir die Welt zu Fuß umrundet. Als bewegt sich verlangsamt, die Luft brennt beinahe auf der Haut und verwandelt mich in den Stereotypen des rotgesichtigen Europäers.

Abends sehen wir ein indisches Theaterstück. Die Klimaanlage bestätigt eine beginnende Erkältung. Der ständige Wechsel drinnen-draußen, 40Grad-10 Grad lässt mich mich erneut wundern, warum hier nicht ständig alle krank sind.

Eine traditionelle Alte wirft uns böse Blicke zu, weil wir rauchen.

Zu Hause angekommen kann ich bis halb vier nicht einschlafen. Die Wohung ist stickig und heiß und die Ventilatoren bewirken nichts als die minimale Zirkulation heißer Luft.

Ich bin immer noch nicht aufgeregt. Es ist wie nach Hause kommen.

Freitag, 22. Dezember 2006

Abschied



3 vor 12. ich sitze und rauche die guten, indischen Zigaretten, die weder Teer - noch Nikotinwerte angeben. In 4,5h geht es zum Flughafen und ich weiss noch nicht, ob sich schlafen lohnt. Es ist schwierig, in vollem Masse zu realisieren, dass 5 Monate vergangen sind, dass es heute Nacht zurueck geht. Genauer gesagt: es ist voellig unmoeglich.



Seit Tagen ist mein Kopf ganz ver-rueckt, so viele Eindruecke sind auf mich eingeprasselt und es war so wenig Zeit und Platz zur Verarbeitung, dass ich erahne, dass mich das alles erst in Deutschland einholen wird.



Ich war zwei Wochen in Delhi. Dann einen Monat in Bhopal. Dann 10 Tage unterwegs ueber Agra, Delhi, Ajmer, Pushkar, Indore. Wieder ein Monat Bhopal. Dann 2 Monate unterwegs. Mumbai. Anjuna. Palolem. Panjim. Hampi. Bangalore. Mysore. Kochi. Trivandrum. Kovalam. Pondicherry. Auroville. Chennai. So viele Eindruecke, soviele Gesichter. Soviel Elend. Soviel Laerm. Soviel Schmutz. Soviel Reichtum. Soviel Vielfalt. Dann wieder: Bhopal. Die Leute dort. Die Angestellten. Der Ort selbst. Und natuerlich "meine" ~ 140 Kinder, die mich auf die Plame brachten, manchmal beinahe zum Heulen, oefter zum Lachen, die mich verfolgt haben, wohin auch immer ich ging und mit denen und ohne die ich in Indien oft so schlecht sei konnte. Man fragt sich, was richtig, was falsch ist, und ob es das gibt. Was wirkliche Ungerechtigkeit, was wirkliche Armut bedeutet und woher "wir" unsere Arroganz nehmen, zu urteilen, was besser oder schlechter ist.



Umso mehr Zeit man in diesem Land verbringt, umso weniger scheint man zu verstehen. Zurueckdenkend wird mir trotz allem schwindelig, die Menge an dem bedenkend, was ich hier gelernt, erfahren habe. So fern scheint der Gedanke und somit auch der Tag meiner Anreise. Die Wahnsinnigkeit so ohne irgendetwas zu wissen in dieses unglaubliche Land zu reisen. Und doch wuerde ich es jederzeit wieder genau so machen. Ohne Vorbereitung, ohne Planung, ohne Erwartung.



Man sagt, es gaebe nur zwei Arten von Menschen: die, die Indien lieben, und die, die es hassen. Da ich bereits daran denke, zurueck zu kommen, nehme ich an, ich gehoere nicht ausdruecklich zur ersten Kategorie.

Samstag, 2. Dezember 2006

Over the moon

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Es hat sich doppelt und dreifach und fuenffach gelohnt, die Fahrt hierher. "Pondicherry ist ein toter Ort, du kannst ja danach hierher zurueck kommen, nach Kovalam" - und das sagte ausgerechnet ein Franzose zu mir (oder vielleicht gerade)! Dies hier ist ein kleines Frankreich in Indien - nein! Eine Fusion aus Frankreich und Indien; schoene, bunt angestrichene Haeuser mit kleinen Balkonen und Fensterlaeden, wie in einem Dorf in Suedfrankreich, gepaart mit dem ueblichen Verkehrslaerm, dem Geschrei, der typisch-indischen Aufregung. Aber zugleich ist alles etwas sanfter, etwas freundlicher, etwas ruhiger und etwas sauberer (doch ja, auch hier machen die Leute wie allerorts in Indien mitten auf die Strasse, wie ich heute und gestern schon mehrmals miterleben durfte, aber den positiven Gesamteindruck truebt das nicht im Geringsten). Es ist einfach - anders.

Doch first comes first, erstmal ein paar Bilder der letzten Tage aus Kovalam...

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Verwinkelte Gassen hinter der Hotel/Strandmeile

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Mein Strandstammplatz der letzten Woche, in meinem Kopf nun vermutlich auf ewig verknuepft mit Gespraechen wie : "Papaya, Mango..." "No thanks" "Pineapple, Banana..." "NO, thanks" "Coconut oil, madam" "NO! THANKS!" "fruit salad" "NO!!! NOTHING!!! THANKS!!!"

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Das Meer, vom Leuchtturm hinunter fotografiert.

Dann die bereits erwaehnte Bustortur, gestern dann nicht viel ausser Schlaf und Schwindelgefuehl. Heute morgen war ich mehr oder minder bereit zu neuen Taten und schlenderte nach dem Fruehstueck durch die sonnigen Gassen, vorbei an diesem Tempel, nur einige Strassen von meinem Hotel entfernt.





Seiltanzvorfuehrung, mitten auf der Hauptstrasse und mehr oder weniger voellig unbeachtet vom vorbei rasenden Verkehr.



"Typischer" Shop (Zigaretten, Kautabak, Suessigkeiten..)

Dann gings hinunter zur Meerespromenade. Karg, grobe Steine, viel Asphalt und ein wuetendes Meer nebst einem steinernen (?), gigantischen Ghandi.



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Schlafende Schuhputzer

Ich lief weiter zum Museum, vorbei an einem kleinen Park, wo der Akku meiner Kamera beschloss, den Geist aufzugeben. Gerademal 10min hatte ich mir die Ausstellungsstuecke im Museum angesehen (alte Muenzen, Goetterfiguren, Rickshaws aus grauer Vorzeit, die damals noch angeschoben wurden...), warf man mich zur Mittagspause raus. Da ich mich aber ohnehin nicht besonders gut fuehlte, kam mir das fast gelegen.

..Aber es gibt soviel zu sehen und zu tun, in dieser Stadt! Zeichenstunden, indischer Gesang, der botanische Garten! Was koennte frustrierender sein, als gerade genug Zeit zu haben, aber einfach nicht die Kraft?? Die Erkaeltung manifestiert sich nun in Form von heftigem Husten, endlos tropfender Nase und allgemeiner Schwaeche und ich versuche mich nicht zu aergern. Nunja.

Aber das Beste sollte noch kommen: ich war ja schon gespannt auf Auroville, wusste aber nicht recht, was ich mir wohl darunter vorstelle sollte. Auf dem Weg dorthin in der Rickshaw packte mich schon eine Art freudige Erwartung - es ging ueber Stock und Stein durch ein scheinbar endloses Gruen; vorbei an kleinen Doerfern, winkenden Kindern und laechelnden Frauen...



Kaum beim Visitor Center angekommen, war ich allerdings schon genervt von dem Massenansturm an, hauptsaechlich indischen, Touristen. Dank koerperlichem Schwaechegefuehl und der damit verbundenen, empfundenen Verwundbarkeit, war ich an das Gefuehl auf der Rueckbank des Busses erinnert, wollte nur allein diese sich durch den Wald windenen Sandpfade gehen und konnte nicht, weil laermende Gruppen sich an mir vorbei draengelten, sich zu mir setzten, wenn ich versuchte, sie vorbei gehen zu lassen, mir ueber die Schulter glotzten, wenn ich Tagebuch schrieb - wie Affen. oder bin ich der Affe im Zoo, fragte ich mich, die Zaehne zusammen beissend. Etwa 10min Fussmarsch waren das, dann erreichte ich die Hauptattraktion der Aussteigerkommune: Das Matrimandir.
Ein Gebaeude, das - so beschreibt es der Lonely Planet zurecht - tatsaechlich aussieht wie ein gigantischer, goldener Golfball. Betrachten konnte man es sich allerdings nur aus der Ferne und gezwungenermassen umringt von laermenden Touristengruppen, die, neben dem "Silence Please" Schild, mit ihrem Muell umsich warfen...



Etwas ernuechtert quatschte ich drei aeltere Damen neben mir an und fragte nebenher nach einem Hotel in Auroville. Das resultierte darin, dass ich doch noch bekam, was ich gewollt hatte: einen ruhigen Fussmarsch ueber diverse Waldwege, immer wieder jedoch ueberholt von Motorrad- und Fahrradfahrern. Und ich sah meine erste indische Schlange, gigantisch noch dazu, und erschreckte mich entsprechend, als diese, ca 10m entfernt von dem Punkt, an dem ich barfuss stand und Fotos machte, lautlos ueber den Weg glitt und im Dickicht verschwand.



Noch jemand, der mir im Wald begegnete...

Schliesslich fand ich das empfohlene Hotel, gut versteckt in ueppiger Vegetation, unheimlich huebsch und zauberhaft ruhig, mitten im Wald, so scheint es, und doch nicht weit weg von der "Zivilisation". Ich liess mir das Zimmer zeigen, das ausgerechnet fuer exakt eine Woche frei ist, sagte, ich ueberlege es mir und wuerde heute abend per Email meine Entscheidung mitteilen, und wusste doch schon, dass ich es nehmen wuerde.

Morgen ziehe ich fuer eine Woche nach Auroville, bekomme ein Fahrrad gestellt und habe hoffentlich die Ruhe, nach der ich mich seit 4 Monaten sehne (was nicht heissen soll, dass ich meinen Aufenthalt in Indien nicht ueber die Massen geniesse, wie aufgefallen sein sollte).



Strasse in Pondicherry in der Daemmerung

Dann gehts auch schon "heim", nach Bhopal - und ich kann mich wieder richtig darauf freuen! Denn nicht nur war ich lange unterwegs, nein, mir wird auch noch ein unerwartetes Geburtstagsgeschenk gemacht. Ich kann und will nicht naeher darauf eingehen, aber die unsagbare Erleichterung, die ich empfinde, und die mich laechelnd ins Heim zurueckkehren lassen wird, ist so praesent, dass mir jetzt erst auffaellt, wie gross die Belastung, die nun von mir abfaellt, tatsaechlich gewesen ist.

Freitag, 1. Dezember 2006

Ironisch?

Nach ueber 5h Mittagsschlaf stolpere ich etwas geschwaecht und verschnupft durch die Strassen und freue mich schon auf die Genesung, um diese bisher recht angenehme Stadt erkunden zu koennen.

Gerade durch meine koerperliche Angeschlagenheit, die ich ohne fremde Hilfe meistern muss, wird mir klar, was fuer einen weiten Weg ich - nicht nur im Sinne von Landkarten - gegangen bin. Trotz allem, trotz bloeden Situationen, trotz aermlichen Hotelzimmern, trotz Billigessen, trotz Finanzaengsten, trotz Krankheit, trotz Horrorfahrt: ich bin gluecklich;
hierher zu kommen, so bin ich nun voellig sicher, war eine der absolut besten Entscheidungen meines Lebens und ebenso sicher bin ich mir nun: ich will hierher zurueckkommen, nochmehr sehen, nochmal ins Heim, mehr lernen und erfahren.

Gleichzeitig werde ich mir klarer ueber das, was ich mit meiner Zukunft anfangen will. Diese letzten 4 Monate haben sich voll und ganz gelohnt. Noch 3 Wochen.

Horrorshow

Ich bin in Pondicherry und habe wahrscheinlich die schlimmste Fahrt meines bisherigen Lebens hinter mir.

In Trivandrum gings los, kam schon gegen 8 Uhr aus Kovalam und wartete bis 14.00, schon nervoes geworden, denn der Bus haette gegen 13.00 eintrudeln sollen. Niemand sprach Englisch, so dass ich erhebliche Zweifel hegte, ob ich dort wohl richtig sei, die Hitze verursachte zunehmendes Schwindelgefuehl und die Erkaeltung, die seit 2 Tagen im Anmarsch war, brach just in diesem Moment durch.
Kaum war ich eingestiegen, bekam ich leichtes Fieber, schwitzte und fror, sass wie eingekerkert auf meinem winzigen Sitz, eindeutig fuer Menschen geringerer Statur konzipiert. Welches Gefuehl ist schlimmer, als totmuede zu sein und nicht einschlafen zu koennen? Totmuede zu sein, krank zu werden, ueber 8h lang Bollywood-Videoclips und -Filme in ohrenbetaeubender Lautstaerke ansehen zu muessen (ohrenbetaeubend leider nicht im wahrsten Sinne des Wortes, ich musste mir die Ohren zuhalten, weil die hohen Toene so schrill waren, dass sie mir physisch weh taten) und einen Sitzvordermann zu haben, der seinen Sitz soweit wie moeglich zurueckklappt, so dass ich nciht einmal mehr normal sitzen konnte, weil kein Platz fuer meine Knie vorhanden war. Gegen 8Uhr weinte ich fast vor Ueberanstrengung, unertraeglicher Muskel- und Rueckenschmerzen, verursacht durch die voellig verkrampfte Sitzposition. Und nicht einmal Pausen!

Gegen 10 zog ich auf die allerletze Bank um, um zwei dieser winzigen Sitze fuer mich zu haben und zu versuchen, mich hinzulegen. Mit Ach und Krach gelang das, allerdings waren auch auf dieser Fahrt die Strassen in "einmaligem" Zustand und jedes Schlagloch liess mich in die Hoehe fliegen, so dass ich im Halbschlaf beim staendigen Aufschlagen diverser Koeperteile, hauptsaechlich aber meines Kopfes, rasende Kopfschmerzen bekam. Nicht genug, auch noch schien ein liebenwerter Inder zu meinen, dies sei der Moment, mich sexuell belaestigen zu muessen. Erst auf dem gegenueberliegenden Sitz positioniert, von wo aus er mich bestimmt eine Stunde lang anstarrte und versuchte, mit seinen Fuessen "versehentlich" meine zu beruehren, zog er auf den Sitz vor mir um, liess seine Hand dahinter herunter baumeln, die sich dann im Zeitlupentempo in Richtung meines Hinterns fortbewegte. Nachdem ich bereits dreimal seine Hand weggeschlagen hatte, nahm ich all meine Energie zusammen und bruellte ihn an, er solle sich endlich verpissen, was er zu meiner Erleichterung dann auch tat.

18,5h dauerte diese Odyssee und vor 1,5h stand ich dann ploetzlich und beinahe unerwartet am Pondicherry Busbahnhof, schleppte mich zu einem billigen Hotel, und hatte das Glueck, einen netten Hollaender zu treffen, der heute nachmittag aus seinem Zimmer auszieht, das ich dann beziehen werde, denn es sieht ganz so aus, als waeren die meisten Hotels voll.

Zudem ist Joey, einer der Iren, ebenfalls hier, so dass ich nur hoffen kann, dass der Aufenthalt besser wird, als die Anreise. Erstamla ausruhen, ich bin voellig am Ende.

Update: Joey ist zurueck nach Irland geflogen, wie ich gerade seiner Email entnehme, da seine Mutter krank geworden ist. Es ist nciht mein Tag, wie mir scheint.

Donnerstag, 30. November 2006

Auf der Durchreise

Nach einer ganz tollen Zeit in Kovalam mache ich mich auf den Rueckweg.
Das Heim ist immernoch so praesent wie am ersten Tag und mich begleiten die gleichen Aengste bezueglich der Rueckkehr, aber der Wunsch, zurueckzufahren ueberwiegt endlich und es wird Zeit. Die beinahe letzte Station ist Pondicherry, wo ich nach 16h Busfahrt vermutlich halbtot ankommen werde. Dann wird es, so vermute ich, ueber Chennai zurueck nach Mumbai und schliesslich Bhopal gehen.

Mittwoch, 22. November 2006

Kovalam

1497612-Lighthouse_Beach-Kovalam

Wun-der-bar

Mittwoch, 15. November 2006

Mit Bildern mit mir auf die Reise

In Palolem endetete der letzte Bildbeitrag und von dort aus moechte ich hier nocheinmal der Reise folgen...

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Abschied von Palolem und einem nicht endenwollenden, weissen (dafuer fast ausschliesslich von Touristen bevoelkerten) Strand und weiter ging es, nach Panjim oder auch Panajii, der Hauptstadt Goas. Abgesehen von einem eher wenig aufregenden Dephintrip und einer wesentlich aufregenderen Bootsfahrt mit hunderten von feiernden Indern (hauptsaechlich wurde diese Fahrt von Evas und meinem Gefuehl dominiert, meoglichst schnell das Weite suchen zu muessen), gibt es nicht viel zu berichten. Genug hatten wir jedenfalls, nachdem wir morgens ein Kondom neben unserem Bett fanden (unser Fenster ging zur Strasse hinaus und abgesehen von Fensterlaeden und ein paar Gitterstaeben trennte uns nichts von der Hauptstrasse) und erst recht, als wir nach der zweiten Nacht Spuren einer nicht zu definierenden, klebrigen Fluessigkeit auf dem Boden vorfanden (hoechstwahrscheinlich ebenfalls durchs Fenster hinein befoerdert).

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Da Eva nicht mehr viel Zeit zur Verfuegung hatte, schien Hampi eine gute Option, um die gemeinsame Zeit ausklingen zu lassen. 11h Busfahrt allerdings, auf der letzten Bank (Fehler!) udn euber die schlechtesten Strassen durch die Verge, die man sich nur vorstellen kann (nur ein erfahrener Indienreisender wird sich in etwa vorstellen koennen, wie das ist - ganz besonders, wenn der Fahrer wie immer ohne Ruecksicht auf Verluste...nunja. Man lehnt sich zurueck (vielmehr: fliegt zur Decke und zurueck auf den steinharten Sitz) und harrt der Dinge, die da kommen moegen.

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Dieses Bild wollte ich urspruenglich in Hampi hochladen, aufgenommen kurz nach unserer Ankunft bei stroemendem Regen und mit schmerzenden Gliedern nach der eben beschriebenen, kraftraubenden Ueberfahrt. Unter dem Titel: Es geht uns gut.

Die folgenden Bilder fuer einen ungefaehren Eindruck dieses bemerkenswerten Ortes, den man wahrscheinlich gesehen haben muss. Die Steine wirken wie aus einer anderen Welt und die Entstehung dieser fantastischen Landschaft scheint einem ein voelliges Raetsel (unser Fuehrer, mit dem wir einige Stunden von Tempel zu Tempel, Ruine zu Ruine und hauptsaechlich ueber Stein irrten, erklaerte uns, dass dieses Gebiet einst unter dem Meeresspiegel gelegen haben muss)

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Hier der Wunschbaum, an den die Menschen ihre Wuensche knoten (Reichtum, Fruchtbarkeit, eine gute Ehe, Gesundheit etc); die Legende sagt, dass hier einst Krishna meditiert haben soll.

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... und das hier ist Laxmi, den wir im Tempel von Hampi getroffen haben (leider kann ich das Bild nicht drehen...)

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Dieses Bild ist nach einer ganz tollen Nacht in Hampi entstanden (iunmittelbar, nachdem Eva und ich uns unter Traenen verabschiedet hatten), in der wir stundenlang, so schien es, im Dunkeln ueber Steine kletterten, um zu einem entlegenen Haus nahe eines Wasserfalls zu kommen. Die ganze Nacht wurde gesungen und Gitarre gespielt udn ein ueber 60jaehriger Aussteiger spielte herzzerreissend Saxophon...

Weiter ging es mit den beiden Iren, die ich in Hampi getroffen hatte ueber Bangalore nach Mysore. Unterwegs liefen uns zum wiederholten Male zwei sehr nette Italiener ueber den Weg, der Floete spielende Alex und seine Freundin Marianne. Finn, einer der beiden Iren, hatte bereits in Varanasi mit Alex (Spitzname: Jesus; die beiden als Jesus und Maria zu bezeichnen lag recht nah...) in einer sozialen Einrichtung zusammen gearbeitet...



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Wir und die Elefanten auf dem Palastgelaende... eigentlich ist ab 5 geschlossen, aber manchmal ist es ganz praktisch, Auslaender zu sein... man lotste uns verstohlen hinein, wollte uns aber anschliessend fuers Elefantenreiten Geld abknoepfen... naja.

In einer weiteren fuerchterlichen Uebernacht-Odyssee mit dem Bus (12h dank 2 platezender Reifen unterwegs - es wundert einen nichts, wie gesagt, wenn man den Fahrstil und den Zustand der Strassen live miterleben darf und es kuemmert einen auch schon fast nciht mehr, wenn man mitten in der in einem Bus sitzt, der irgendwo auf halber Strecke im Wald liegen geblieben ist und man auf vorbeifahrende Busse wartet, die einen ersatzreifen stellen koennten) kamen wir schliesslich nach Kochi, Kerala, wo wir noch immer weilen.

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Sonnenuntergang am Ufer, zwei Strassen bzw 5min von unserem Hotel entfernt

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7stuendige Backwatertour gestern durch allerlei halbzugewachsene Kanaele. Nur gruen, der ferne Gesang einiger Voegel und ein laulos dahingleitendes Boot inmitten von Kokospalmen, abundzu ein halbnackter Inder am anderen Ufer oder ein vorueber fahrendes Boot...

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Mein liebstes Bild bisher, leider auch hochkant...

Gestern abend sahen wir uns dann noch das Kathakali an - eine sehr merkwuerdige Theater/Musikvorstellung mit halbnackten, trommelnden Maennern und stummen Schauspielern in aufwendigen Kostuemen.

Die naechste Station werden vermutlich die Berge sein, nur einige Stunden von hier.

Dienstag, 31. Oktober 2006

Von Panjim nach Hampi

Seit gestern sind wir nun in Panjim, nur ca 2,5 etwas beschwerliche Stunden Busfahrt von Palolem entfernt (einmal mehr gewuerzt mit "interessanten", hoechst unerwarteten Umsteigeabenteuern und allerlei mehr...) und ruesten uns nun fuer die Weiterreise morgen frueh - 10h Busfahrt bis Hampi, einer ehemaligen Hochburg der Hindukultur und ein Ort, der vielversprechend klingt. Anschliessend wird es heissen: Abschied nehmen, denn Eva faehrt zurueck nach Mumbai, und somit bin ich etwas angespannt. Man wird sehen.

Aber auch Panjim ist keine ganz uninteressante Stadt; zwar sind noch immer schweisstreibende 35 Grad und man steht unentwegt im eigenen Saft, dafuer geniessen wir den Comfort eines richtigen Zimmers mit einem richtigen Bett (wenn auch einem harten) und einer richtigen Dusche - erst im Nachhinein geht einem auf, wie sehr eine Strandhuette schlauchen kann (besonders mit nachts um 2 voll aufdrehenden Nachbarn. Home-Entertainment). Gestern abend dann unternahmen wir eine einstuendige Bootsfahrt ueber den sehr nahegelegenen Fluss. Um 7Uhr abends stellte man sich darunter eine gemuetliche Fahrt durch stille Wasser vor, vorbei an den Lichtern der Stadt. Fehlanzeige! Wir standen uns die Fuesse wund, trabten im Gaensemarsch mit etwa 300 anderen Passagieren durch diverse Passagen (vgl. Disney Land/ Europapark - Achterbahnanstehen) und befanden uns schlussendlich auf einem Partydampfer, auf dem relativ ausschliesslich getanzt und gesoffen wurde - abgesehen vom Live-Animateurteam, dass diverse Tanzeinlagen zu ohrenbetaeubenden, indischen Discokrachern beisteuerte. Dank Evas Videokamera ist all das der Nachwelt erhalten und wird nach Heimreise noch zu einem Urlaubsvideo verwurstet.

Heute dann begaben wir uns wieder in die Haende der indischen Seefahrer und bezahlten horrende Summen fuer einen "dolphin spotting trip" (als ich auf der Rueckseite des Tickets las, dass keinerlei Haftung uebernommen werde und keinerlei Schaden abgedeckt sei, wurde es mir ja dann doch etwas anders...); indische Touristen, Bilder mit 95% Wasser, 4% Land und 1% Flosse und Hitze, Hitze, Hitze. Nunja.

Ansonsten habe ich nun, nach 3 Monaten, kleinbeigegeben und eine Gitarre gekauft - und zum Leidwesen meines Geldbeutels feststellen muessen, dass Nokiahandys in Indien eben nicht wie erwartet das Gleiche, sondern nur einen Bruchteil des deutschen Preises kosten.

Demnaechst dann das Neuste aus Hampi.

Nora reist

6 Monate Indien + 2 Monate Südafrika

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